Pilotenkurs III / MMVII

Woche 13 – Phase F2

September 29th, 2007

Woche 13 - Phase F3

Nach knapp einem Sechstel unserer Ausbildung war es nun so weit, der „First Solo“ stand am Montag Morgen auf dem Programm. Nach zwei Volten mit dem Fluglehrer galt es ernst und wir machten uns alleine auf den Weg – aber weiter als auf die Platzvolte wollten Sie uns dann doch nicht lassen. Man stellte dann ziemlich schnell fest, dass diese Solo-Flüge keine grosse Herausforderung darstellen und die Landungen auch ohne Fluglehrer ganz gut klappen – oder sogar besser?!?

Fog city (Grenchen) machte uns dann einige Male einen Strich durch die Rechnung und wir durften mindestens am Vormittag Theorieunterricht über uns ergehen lassen und den Flugbetrieb auf den Nachmittag verschieben. Dennoch lernten wir einige neue Flugplätze kennen. Wieso man in der Westschweiz jedoch keine ebene Runway hinkriegt blieb ungeklärt. In Lausanne ist es nämlich so, dass die Piste entweder ziemlich abfallend ist oder dann eben von der anderen Richtung ansteigend ist. Es erstaunte dann auch wenig, dass auch die Piste von Ecuvillens eine bestimmte Neigung vorweist.

Zum Wochenabschluss machten wir nochmals einige Solo-Volten. War man mal ein bisschen höher als der von Regenwolken überzogene Flugplatz konnte man dabei die frisch verschneiten Alpen in herrlichem Sonnenlicht sehen. Nur schade, dass wir nicht näher ran fliegen konnten. Wir sind jedoch guter Hoffnung, dass nächste Woche gutes Wetter herrscht und wir unsere Navigationsflüge quer durch die Schweiz durchführen können.

- Philipp

Woche 12 – Phase F2

September 23rd, 2007

F2 - Woche 2

Montags pünktlich um 09.00 Uhr trafen wir uns wieder in unserem Theoriesaal in Grenchen ein. Des ein oder andern Gesichtes war zu entnehmen, dass die Erholungsphase, dank der PPL-Theorie-Prüfung vom Samstag zuvor, eher kurz ausgefallen war. Nichts desto trotz ging es wie erwartet zügig im Programm voran.

Wie in der Woche zuvor trainierten wir „power idle approaches“ rund um den Flugplatz Grenchen. Um auf die nächsten Flüge vorbereitet zu sein, hielten die meisten von uns Theorien über diverseste Flugverfahren. Aber wie das eben so ist, was im Theoriesaal noch einleuchtend erscheint, geht im Flugzeug schnell vergessen. Womit auch erklärt ist, weshalb gewisse Übungen sehr intensives Training verlangen.

Am Mittwoch war etwas Abwechslung, was uns sehr gelegen kam, angesagt. Es ging das erste Mal auf einen fremden Flugplatz. Nun enthalten sämtliche Flugbücher der Ab-initios einen Stempel des Flugplatzes Neuchâtel. Das wird wohl nicht der letzte sein. Da ich, entgegen der vielgepriesenen Theorie nicht mit einem gewünschten Winkel von ungefähr 4 sondern nur mit geschätzten 3 Grad angeflogen bin, kam Markus, der uns netterweise einen Besuch abstattete und bei mir als Passagier mitflog, nicht schlecht ins Staunen, als wir im Anflug auf die Piste 05 in Neuenburg ziemlich tief (das war auch für meinen Geschmack zu tief…) über die Häuser donnerten. Entschuldigung Markus, dass deine Lebenserwartung aufgrund dieses Ereignisses wahrscheinlich um einige Jahre geschrumpft ist!

Um auf den Phase Check, welcher für den Freitag angekündigt war, möglichst gut vorbereitet zu sein, flogen wir am Tag zuvor bereits einmal Richtung Langenthal und konnten die verhältnismässig kurze Piste aus der Vogelperspektive begutachten.

Als wir dann am Freitag diesen Flugplatz anflogen, wurde uns relativ schnell klar, dass die Länge der Piste für die Archer kein Problem darstellen wird. Sichtlich geschafft und in Erwartung des ersehnten Wochenendes besiegelten wir den Phase Check, der als Checkflug für unsern ersten Alleinflug diente, mit einem guten Glas Wein. Merci Michel!

Am kommenden Montag werden wir voraussichtlich das erste Mal ohne Fluglehrer abheben, was mit Sicherheit auch Grund genug für einen Apéro sein wird.

- Ivo

Woche 11 – Phase F2

September 23rd, 2007

F2 - Woche 1

Endlich war es wieder soweit. Der PK 3/07 machte sich Montagmorgen auf den langen Weg in Richtung Grenchen zur Flugphase F2. Diesmal allerdings in einer etwas schwächeren Besetzung als sonst, da nur diejenigen von uns, die noch kein PPL bzw. noch nicht 70 Stunden auf PPL haben, im F2 mit dabei sind. Der Rest von uns hat bis Mitte Oktober frei. Nachdem sich 9 Flugschüler und 3 Fluglehrer gegen 10 Uhr morgens im Theoriesaal des Flughafens eingefunden, die Kaffeemaschine ordnungsgemäß eingerichtet und deren Funktion sachgemäß überprüft, einige Dinge zum Programm und zum ersten Flugauftrag besprochen hatten, ging es am Nachmittag gleich das erste Mal auf den Flieger. Um sich wieder ein bisschen „einzugewöhnen“.

An dieser Stelle kann ich nur für mich sprechen, aber ich denke, den anderen ging es ähnlich. Fazit meines ersten Fluges: Vier Wochen „Flugpause“ zwischen F1 und F2 erscheinen einem dann im Cockpit doch etwas länger als man zunächst angenommen hat und von einer „Centerline“ hatte ich irgendwie bis dato auch noch nicht viel gehört. Aber alles in allem haben wir uns dann doch recht schnell wieder eingeflogen auf unserer Archer.

Am nächsten Tag ging alles wieder seinen gewohnten Gang. Meteobriefing und Besprechung der Flugaufträge um 8 Uhr. Ab 9 Uhr dann regulärer Flugbetrieb. „Normal Circuits“ (Platzrunden) standen für den gesamten Dienstag auf dem Programm. Mittwochvormittag waren erneut Platzrunden mit verschiedenen Anflughöhen angesagt und am Nachmittag ging es auf den ersten Navigationsflug. Die Route dafür wurde uns vorgegeben. Sie führte von Grenchen aus zunächst in Richtung Südosten nach Wynigen. Über Wynigen drehten wir nordöstlich ab in Richtung Dagmarsellen/Triengen. Von Dagmarsellen ging es in südöstlicher Richtung nach Wolhusen, von dort weiter in Richtung Emmental nach Escholzmatt und über Burgdorf wieder zurück nach Grenchen. Bei einer Gesamtdistanz von ca. 70 NM (ca. 130 km) waren wir ungefähr 50 min. unterwegs. Die Aufgabe bestand zunächst darin, für die vorgegebene Strecke einen kompletten Flugplan (Wegpunkte, Distanzen, Zeiten, Treibstoffberechnung, Mass & Balance, etc.) zu erstellen und diese an Hand des Flugplans abzufliegen. Die Umsetzung der Planung im Flieger gestaltete sich dann aber doch etwas schwieriger. Navigieren durften wir ausschließlich nur mit Karte, Kompass und Stoppuhr. Ich musste recht schnell feststellen, dass Routenplanung auf dem Papier das Eine und Wegpunkte effektiv aus der Luft erkennen und abfliegen das Andere ist (Wind sei Dank…). Nach Grenchen habe ich aber dann doch wieder zurückgefunden und beim Landen sogar halbwegs die „Centerline“ getroffen.

Gegen Ende der Woche kam dann das eigentliche fliegerische Highlight. Es standen die ersten simulierten Notlandeübungen im Kursprogramm – die „Power idle approaches“. Nach dem Start flogen wir zunächst auf die Platzrunde auf eine Höhe von 3000 Fuß. Sobald wir parallel zur Piste auf dem Downwind flogen drehten wir ab in Richtung Flughafen für einen Überflug. Sobald wir uns direkt über dem Flugplatz befanden, reduzierten die Fluglehrer das Gas auf Leerlauf und wir mussten den Flieger ohne Triebwerksleistung in einem kontrollierten Segelflug auf der Landepiste landen. Eine sehr anspruchsvolle Übung und mit dem intensiven Flugverkehr auf und über dem Flugplatz teilweise doch recht aufregend – vor allem wenn der Tower einen noch im Endanflug ohne Schub, mit Klappen voll ausgefahren kurzfristig auf eine andere Piste geschickt hat. Manch einem gelangen ohne Schub sogar fast bessere Landungen als mit…

Am Samstag mussten dann noch die Ab-initios zur PPL Prüfung nach Birrfeld, die alle im Großen und Ganzen sehr gut abgeschlossen haben. Insgesamt blicken wir auf eine sehr intensive, wie auch anstrenge erste Woche zurück. In den nächsten zwei Wochen stehen dann die ersten Flüge zu anderen Flugplätzen und der erste Soloflug an, der fliegerisch definitiv ein absolutes Highlight darstellt.

-Albrecht

Woche 10 – Crashcourse PPL Prüfung

September 9th, 2007

Diese Woche sollte nach einer langen intensiven Zeit mal wieder etwas stressfreier werden. Für jene, welche die PPL Theorieprüfung bereits vor Ausbildungsbeginn vorweisen konnten, wurde es sogar zum Ferienbeginn für rund 6 Wochen.
Alle anderen, welche am 15. September zur Prüfung antreten müssen, durften sich eine Woche Crash Course für die PPL Theorieprüfung zu Gemüte führen. An jedem Tag wurden Theorieprüfungen gelöst, um den aktuellen Wissenstand der Ab Initios zu überprüfen.
Einigen gut vorbereiteten Schülern konnte dadurch vielleicht die Nervosität genommen werden, anderen hingegen wurde es beim Anblick der Resultate wohl ab und zu wieder etwas flau im Magen.
Zwischendurch musste man feststellen, dass in der Privatpilotentheorie alle Jahre ein kleiner Wechsel bezüglich korrekter Antworten vollzogen wird. So war der Berufspilot laut PPL Theorie vor einigen Jahren noch der gefährlichste Beruf in Bezug auf das Ansteckungsrisiko für HIV. Alle Schüler, die gewissenhaft gelernt haben, kreuzten dementsprechend im Multiple Choice Test mit voller Überzeugung jene Antwort an, die uns angehenden Berufspiloten eine düstere Krankheitzukunft voraussagt. Glücklicherweise scheinen die Berufspiloten heute aber wieder vorsichtiger zu sein und das BAZL musste die Antwort anpassen: Mittlerweilen wurde nämlich der Arzt zum risikoreichsten Beruf erklärt. Nur stellt sich jetzt die Frage, warum das ein Privatpilot noch wissen muss. Wie dem auch sei, wir Piloten sind ja jetzt gesundheitlich gesehen aus dem Schneider und können aufatmen…

- Tobias

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