Pilotenkurs III / MMVII

Woche 1-3 anno 2008 – Phase T3B

January 28th, 2008

Mit vielen neuen Vorsätzen und ein paar Kilos zu viel auf den Rippen (wieso wird an Weihnachten immer sooo viel gegessen…) wurde am 7. Januar 2008 im Zimmer E 870 die Vereinigung des Alfa und Bravo Teams vorgenommen. Der zweite Teil des T3 wartet auf uns bevor es ja dann schon bald in die USA geht. Die erste Woche ging auch gleich richtig los. Und wer gedacht hatte, dass in Grenchen der Papierkrieg gross sei, der soll mal eine Pilotenausbildung in den USA machen. Es braucht vor allem zwei Sachen. Viiiiieel Zeit und noch mehr Geduld. Dank der Einführung von Bea am Montag konnten wir uns aber schon bald auf die wirklich wesentlichen Sachen konzentrieren.

In Human Performance zum Beispiel lernten wir unter anderem, wie ein Konflikt im Cockpit verhindert werden kann, oder wie man mit einem autokratischen Kapitän umspringen soll. Dies war sicherlich nur eine kurze Einführung in die Problematik der Zusammenarbeit im Cockpit, es wird ja später im MCC-Course zum Glück noch intensiviert. Und wer weiss, vielleicht sind dann die etwas älteren Filme auch neu gedreht…

Im Fach Electrics befassten wir uns wieder mit den Ampèrchäferli. Nur wurde es jetzt komplizierter für uns und die Chäferli, denn diese mussten jetzt in der Sekunde 50-mal die Richtung wechseln und wir uns mit dem sogenannten Wechselstrom in all seinen Facetten befassen. Dabei sehen wir immer besser in die Bordelektronik des modernen Flugzeugs und so mancher kommt zum Schluss, dass schon echt viel Schief gehen  muss, bis die Kiste wirklich ohne Strom ist. Da hat sich jemand echt den Kopf zerbrochen!

In Air Law machten wir Bekanntschaft mit der ICAO und ihren juristischen Grundlagen, Annexes, Documents, Vorschriften und und und. Wer da den Überblick behält darf sich mit gutem Recht als Master of Air Law betiteln. So weit hat’s aber in unserer Klasse noch keiner geschafft; sogar die Kanzlei Lanz und Partner muss nochmals über die Bücher. Tja Marc, du hast noch viel vor dir mit uns…

Auch mit PoF und IFR-Communication wurden wir im neuen Jahr gequält. Den meisten in der Klasse blieb das Lachen im Halse stecken, denn Bruno zeigte uns mit wenigen Fragen dass wir in PoF so ziemlich alles vergessen haben was wir mal gelernt hatten. Also Hü, hinter die Bücher und die schwarzen Löcher in unseren Hirnwindungen wieder füllen.

Das Lieblingsfach für alle ehemaligen und aktuellen Flight Simulator Cracks ist sicher Radionavigation Procedures. In diesem Fach geht es darum die Procedures für den FNPT II zu erlernen. Endlich wird einem dass, was man früher im Zimmer vor dem Computer mühsam zu verstehen versucht hat erklärt und auch am Computer (auch die SAT kommt nicht ohne Flugsimulator aus) dargestellt. Plötzlich sind QDM, QDR, Reversal Procedures, Interceptions, Holding Pattern, Rule of Thumb oder Finalinterception-Heading keine Fremdwörter mehr. Auch die Bedienung des RMI und des HSI wird einfacher und so manchem geht ein Licht auf. Im Notfall einfach der Nadel nach fliegen und schon bist du über der Station; nichts einfacher als das. Und bereits wurden in den ersten 3 Wochen die ersten Flüge mit dem FNPT II gemacht. Nicht ganz einfach diese Maschine, sie reagiert sehr fein und ich würde mal sagen, in gewissen Situationen fliegt das Flugzeug eher uns als wir das Flugzeug. Gut dass wir noch Zeit haben bis Vero Beach. Spass macht es aber alleweil, trotz SOP und Checklisten.

Und dann gibt’s noch das Allrounderfach, welches Flight Planning mit Biologie und Eishockey verbindet. Was wir bis dato an Flugplanung gelernt hatten war wohl eher für Anfänger. Denn jetzt geht’s langsam ans Eingemachte: Flugplanung mit Top of Climb und Descent, Alternates Windkorrekturen, Tabellen, Climbspeed, Benzinverbrauch, Koeffizienten, Overhead Adjustement, CR-3 usw. standen und stehen auf dem Programm.

Ihr seht, die 3 Wochen haben viele Highlights und es würde den Rahmen dieses Berichts sprengen alle zu erzählen. Eines haben wir aber noch. Noch nie in der Geschichte der SAT hat eine neune PK Klasse so schnell einen Apéro auf die Beine gestellt wie die PK108. Noch in der ersten Woche war’s soweit. Besten Dank PK108.

- Romano

Woche 24 / 25 – Phase F3 (B-Team)

January 5th, 2008

F3B Last week

Die letzte Woche und damit auch unsere “Tour de France” nahte. Nach langen Vorbereitungen mit drei verschiedenen, aber doch ähnlichen Flugkarten von Frankreich wurde uns wieder einmal klar, dass es doch immer anders kommt als erwartet. Wegen schlechtem Wetter haben wir uns entschlossen, erst am Mittwoch aufzubrechen. Ausserdem wurde uns ein neues Routing empfohlen, welches wir dann in spontaner Planung auch umsetzten. Der erste Tag führte uns via Chambery und Avignon (wo man endlich mal eine Landung mit starkem Wind üben konnte) nach Perpignan. Nach einer Taxifahrt im Abendstau und einem Nachtessen für Liebhaber des blutigen Filets und Schnecken im Hotelrestaurant, stand uns um 22:00 Uhr noch die Planung des zweiten Tages bevor. Das Wetter verschlug uns nach Toulouse, wo wir 2 Airbus A380 bestaunten und einen Tornado aus nächster Nähe begutachten konnten. Nach einer kleinen Wartezeit für die Bezahlung der Landetaxen, ging es dann weiter nach Tarbes. Doch kaum angekommen, hiess es plötzlich: “Es geht nach Montpellier, startet die Motoren, geplant wird während des Fluges!”. Schliesslich haben dann alle mit viel Improvisation nach Montpellier gefunden, wo wir das zweite Mal in Frankreich übernachteten. Am Abend gingen wir in eine Fischbeiz am Hafen, wo wir sehr gut und auch einigermassen günstig speisten.

Nach einer weiteren kurzen Nacht, welche zum Teil in einem Doppelbett verbracht werden musste (die betroffenen Personen möchten unbekannt bleiben), trafen wir uns zum Morgenessen und zur anschliessenden (staufreien) Taxifahrt zum Flugplatz. Wegen freezing fog entschieden wir uns, im östlichen Teil von Frankreich via Mont Blanc nach Sion zu fliegen. Vor dem Matterhorn gab es dann noch einen Foto-Formationsflug. Nach einer Stärkung (die “Penne Airport” ist sehr zu empfehlen) flogen wir zurück ins hochneblige Grenchen, wo wir vor der Landung noch eine Möglichkeit zum Absinken suchen mussten. Doch wie für uns geschaffen, war entlang des Juras eine nebelfreie Schneise.

Nach dem wohlverdienten Wochenende flogen wir dann wie üblich am Ende einer Flugphase die restliche Flugzeit ab. Daraus ergaben sich Flüge nach Zürich, Genf, Bern und Ecuvillens.

Der Dienstag diente dem Papierkrieg und gewisse Leute verabschiedeten sich auch noch von den Fliegern. Somit ist für alle die Flugphase F3 abgeschlossen und wir freuen uns auf Vero Beach.

- Nik

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