Pilotenkurs III / MMVII

Woche 30

July 30th, 2008
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Letzten Sonntag war es soweit, auch die zweite Gruppe (B-Team) durfte die ersten Erfahrungen mit der DA42 machen. Wie bereits bei der ersten Gruppe fanden die ersten Flüge im FNPT II statt, aber manchmal hatte man beinahe das Gefühl, im richtigen Flieger zu sitzen. Bloss als wir einmal die Welt plötzlich violett gesehen haben, stellten wir fest, dass wohl irgendwas mit dem Beamer nicht stimmen konnte.
Das Hauptthema war auch bei uns das Trainieren von abnormalen Situationen in einem sicheren Umfeld. Um dies zu üben, muss man jedoch erst mal mit dem GNS1000 und dem Autopiloten umzugehen wissen. Beide haben sich jedoch rasch als Freund und nicht als Feind herausgestellt und somit stand dem virtuellen einmotorigen Fliegen nichts mehr im Wege.
Die erste Woche haben wir schliesslich mit dem ersten Teil der IR Skill Tests (Abnormals) erfolgreich am Samstag abgeschlossen.

- Helene

P.S.: Natürlich wünschen wir alle der ersten Gruppe schöne erholsame Ferien!

Woche 29

July 19th, 2008

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Nachdem sich das A-Team innerhalb von drei Wochen einigermaßen an das neue Flugzeug DA-42 gewöhnt hatte, ging es für uns auch schon an die letzte praktische Prüfung während unserer Ausbildung, die Instrumentenflugprüfung (IR-Rating) auf einem mehrmotorigen Flugzeug. Dafür ließ man uns zwei Übungsflüge, um die zur Auswahl stehenden Strecken kennen zu lernen. Einige mussten die Flüge nach Colmar und Les Eplatures noch etwas erweitern, um dem Masterplan gerecht zu werden. Es gab einige Tücken zu beachten: Der Autopilot, eigentlich zu einem Freund und Helfer herangewachsen, wollte anscheinend nicht in Les Eplatures anfliegen. Er fing auf dem ILS an, Schlangenlinien zu fliegen, die teilweise fast Steilkurven glichen. Und das, obwohl man den Autopilot hier nun wirklich gut gebrauchen könnte. Nach einem simulierten Fehlanflug musste man sich sofort wieder auf den Rückweg nach Grenchen machen, der es in sich hatte: die Rückflugfreigabe (Clearance) nach Grenchen musste eingeholt werden, das GPS umprogrammiert und der Geist auf die schnelle Richtungsänderung vorbereitet werden. Ganz nebenbei sollte man dann noch per Hand den Instrumentenanflug mit richtiger Konfiguration ;) und korrekt nach SOP fliegen. Wenn man dann im Prüfungsflug aus Versehen den falschen Flugzeugnamen im Flugplan aufgegeben hat und der Towercontroller einen gegen den eigenen Willen zum Landen bittet, sträuben sich auch beim erfahrensten Piloten noch die Haare zu Berge. Manch einer wollte sogar, dass ihm die Kollegen bei der Prüfung beistehen und hoffte bis zur letzten Sekunde, es würde tatsächlich am Holding Point noch jemand durch die weit geöffnete Passagiertür einsteigen. Doch all diese Schwierigkeiten konnten unsere Piloten sowie einen unserer Fluglehrer nicht davon abhalten, ihre Prüfung mit gutem Gewissen zu bestehen. Für mich war der Tag ein besonderes Geburtstagsgeschenk, das man nicht alle Tage bekommt. Umso mehr freut es einen, dass das nächste Cockpit für uns höchstwahrscheinlich das eines 230 Tonnen schweren Airbus A330 sein wird.

- Jacob

PS: An das B-Team viel Spaß im fliegenden Computer!!!

Wochen 27 & 28

July 13th, 2008
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Nach zwei Wochen Flugpause ging es am Montag dem 30.Juni für das A-Team wieder hinein ins Flugzeug und ab in die Luft. Während den ersten beiden VFR-Einführungsflügen konnte man sich sowohl an das neue Flugzeug,  wie auch an die neuen Instruktoren gewöhnen, die uns über die Europaphase hinweg begleiten werden. Wir sind uns einig: Es macht Freude, den Autopiloten zu beobachten, wie er die eingegebenen Werte perfekt fliegt und uns in vielerlei Hinsicht Arbeit abnimmt. Momente, die mit dem Satz enden: “Was macht er denn jetzt, das hät er jo no nie gmacht!“ haben sich aber ebenfalls um ein Vielfaches vermehrt.
Die ersten Flüge führten uns nach Genf und Annemasse, gefolgt von Friedrichshafen und Memmingen. Und uns wird schlagartig klar, wie einfach das ganze Drumherum in den USA doch war: Zollformalitäten, Sicherheitskontrollen, Flugzeugwäsche und Betankung waren an der Westseite des Atlantiks nie ein Thema, währenddessen man hier von unterschiedlichen Zollbeamten immer wieder unterschiedliche Meinungen hört und man immer verdächtigt wird, das eigene Flugzeug zu entführen. Aber ein echter Schweizer wie S.B. fürchtet weder Tod noch Teufel und trägt sein Schweizer Sackmesser immer auf sich. Dass das Sicherheitspersonal davon noch nie was mitbekommen hat hinterlässt jedoch einen zweifelhaften Eindruck.
Und auch die persönliche Ebene zwischen Instruktoren und Flugschülern kommt nicht zu kurz, wenn es darum geht, welches Flugzeug als erstes zum Holding Point rollen darf. So wird hinter den jeweiligen Flugzeugscheiben der Triumph ausgelassen gefeiert, während die andere Seite darüber sinniert, was man falsch gemacht habe. Dabei kann es auch mal zu Handzeichen kommen, die dann spätestens auf Flightlevel 100 beim Flugschüler J.M. etwas Unbehagen auslösen. Der insgesamt sehr guten Atmosphäre zwischen Instruktoren und Flugschülern tut dies allerdings kein Abbruch.
Das Highlight der ersten zwei Wochen war zweifellos der Streckenflug nach Dresden inklusive Übernachtung. Die Stadtbesichtigung unter kundiger Führung war sehr interessant und das anschliessende Abendessen im Sophienkeller zu mittelalterlichen Klängen ein schönes Erlebnis. Und mit Anbruch der dritten Woche geht es nun auf die IR-Prüfung zu, welche den Abschluss des praktischen Teils unserer Ausbildung bedeutet.

- Tobias

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