Pilotenkurs III / MMVII

Woche 24

June 17th, 2008
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Die Zeit verging schnell und schon ist auch die letzte Woche unseres Vero-Aufenthaltes angebrochen. Die Hälfte der Klasse hatte am Sonntag ihre Vorbereitungsflüge für die Berufspilotenprüfung (CPL). Da die Prüfung nach Sichtflugregeln (VFR) stattfinden sollte, hiess es nach den ganzen Instrumentenflügen jetzt wieder „Lookout“. Den andern Flugzeugen und, etwas gewöhnungsbedürftig, auch Wolken sollte jetzt wieder ausgewichen werden. Doch die Meisten konnten sich ziemlich schnell wieder den alten Gegebenheiten anpassen.
Wie vor jeder Prüfung teilte sich unsere Klasse in die Gruppen ruhige, nervöse und ultra-nervöse Flugschüler auf. Da wurden über mehrere Stunden die Prüfungsflüge geplant, bis spät in die Nacht Theorie aufgefrischt, oder mit Kino und Baden am Strand vom ganzen Geschehen abgelenkt.
Am Dienstag und Mittwoch war es dann soweit. Wir durften uns den Experten stellen und unser Können beweisen. Der letzte Flug auf der Seminole verlief bei allen erfolgreich, was natürlich am Abend im „Chez Amis“, unserer Stammbeiz, auch entsprechend gefeiert wurde. Die Stimmung war so gut, dass ein gewisser Raucher die noch volle Getränkedose eines Kollegen als Aschenbecher benutzte, aus welcher das nichts wissende Opfer dann auch noch munter weiter trank.
Nachdem am Donnerstagmorgen alle ihre Qualifikationen erhielten, konnte endlich auch noch das obligate Klassenfoto im Hangar gemacht werden. Am Nachmittag packten wir unsere letzten Sachen zusammen und fuhren anschliessend los in Richtung Süden, genauer gesagt nach Fort Lauderdale. Dort verbrachten wir den letzten Abend in den USA bei gemütlichem Abendessen mit Live-Musik und anschliessendem Ausgang.
Am Freitagmorgen ging es weiter in Richtung Miami, wo die einen in Southbeach die viel besagte Promenade „Oceans Drive“ erforschten oder noch ein letztes Bad im Meer nahmen. Andere bestaunten Downtown Miami. Nach dem Abgeben der Mietwägen traf man sich schlussendlich am Flughafen von Miami zum einchecken. Die geruchsintensive Sicherheitskontrolle auf dem Weg zum Gate durchliefen wir ohne Schuhe, da diese auf ihr potentiell gefährliches Innenleben durchleuchtet werden mussten. Wenige Stunden später sassen wir zum Glück auch schon im Flugzeug nach Zürich. Nach dem knapp neunstündigen Flug wurden wir in Zürich dann herzlich von unseren Angehörigen willkommen geheissen.

Mit unserer Rückkehr nach Zürich ist die Phase F4 abgeschlossen. Wir hatten eine unvergessliche Zeit in Vero Beach und freuen uns schon jetzt auf das Europapaket mit unserem neuen Trainingsgerät, der DA-42 Twinstar.

- Nik

Woche 23

June 9th, 2008
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Diese Woche hatten wir mit äusserst unzuverlässigen Flugzeugen zu kämpfen: Triebwerksausfall nach dem Start, Triebwerksausfall im Reiseflug und natürlich Triebwerksausfall im Landeanflug. Als ob das nicht genug wäre, fielen Alternatoren, Unterdruckpumpen, Navigations- und Fluglageinstrumente, elektrische Teilsysteme und hydraulische Systeme aus, je nachdem, auf was der Fluglehrer gerade Lust hatte. Die letzten vier Instrumentenflüge boten gute und zahlreiche Gelegenheiten, diese unangenehmen, aber absolut beherrschbaren Notsituationen zu trainieren.
Neben den Systemausfällen bot diese Woche die letzte Gelegenheit die Lieblingsdestinationen auf unseren letzten Navigationsflügen noch einmal zu besuchen. So flogen die Crews noch einmal nach Titusville um dort noch einmal im Outer Marker Café das Club Sandwich zu essen, nach Orlando um die Cookie-Theke zu leeren oder nach Pahokee um sich vom Flughafenhund „Moose“ zu verabschieden. Jede und Jeder nach seinem Gusto.
Eigentlicher Höhepunkt der Woche stellte der Klassenflug nach Key West dar. Die Conch Republic (http://de.wikipedia.org/wiki/Conch_Republic) empfing uns mit offenen Armen. Dies obwohl wir mit unseren sechs Flugzeugen auch den Eindruck hätten erwecken können, eine Invasion in den amerikanischen „Freistaat“ vollziehen zu wollen. Den Flugzeugen entstiegen, mieteten wir Roller um die Insel zu erkunden. Key West bot uns, wenn auch nur für wenige Stunden, interessante Augenblicke in einer der wohl schönsten Gegenden der USA. Viele von uns hätten es da wohl noch deutlich länger ausgehalten.

In der kommenden Woche steht nun der eigentliche Grund unseres USA-Aufenthaltes auf dem Programm, die Berufspilotenprüfung. Einige von uns beginnen bereits diesen Sonntag mit dem letzten Trainingsflug. Die Vorbereitungen sind getroffen, lasset die Prüfungen beginnen!

- Pascal

Woche 22

June 4th, 2008
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Das nenne ich mal einen ruhigen Wochenstart. Am Montag hatte die FlightSafety geschlossen weil Memorial Day war. Für alle, dies noch nicht wissen, Memorial Day ist der Tag an dem Amerika ihren gefallenen Truppen gedenkt.
Eine kleine Gruppe von uns traf sich am besagten Montagmorgen um neun auf dem Parkplatz vor den Dormitorys um gemeinsam auf eine Air Boat Tour durch die Sümpfe westlich von Vero Beach zu gehen. Nebst der vielfältigen Pflanzenwelt gab es sehr viele verschiedene Tierarten, von welchen ich den Namen auch schon wieder vergessen habe, zu sehen. Leider mussten ein paar tieffliegende Vögel daran glauben, als wir mit vierzig Sachen durch die Sümpfe bretterten, da unser Air Boat doch eine beträchtliche Breite hat.
Am Dienstag wurden wir dann wieder in die Realität vom Fliegen zurückversetzt. Pünktlich um acht trafen sich die einzelnen Crews zum morgendlichen Briefing. Wir hatten zwei Ehrengäste aus der Schweiz bei uns. Bruno Fritschi und Göpf Gisler, die beiden FNPT Instruktoren, waren zu Besuch und flogen mit der einen und anderen Crew mit um zu schauen, ob wir alles so umsetzen, wie wir das im Simulator in der Schweiz gelernt haben.
Diese Woche standen die ersten Precision und Non Precision Approaches im neuen Flugzeug auf dem Programm; Leider ganz zu Ungunsten der Flugschüler auch einige simulierte Engine Failures, bei denen von uns erwartet wird, dass wir korrekt reagieren und das PPAA richtig anwenden. PPAA bedeutet Power Performance Analysis Action und beschreibt die Reihenfolge, wie ein Systemversagen oder ein Problem im Flugzeug gelöst wird.
Der Höhepunkt der Woche, sicherlich für manche von uns von der ganzen Flugphase, war am Samstag als wir uns nach Cape Canaveral begaben um beim gemütlichen Grillieren am Strand den Space Shuttle Launch zu beobachten. Das Spektakel begann, als die Raumfähre Discovery um 05:02pm Ortszeit vom Launch Pad 39A in Richtung Weltraum startete. Drei Minuten später war dann der Spass auch schon wieder vorbei, übrig blieben nur ein paar vertikale Rauchfetzen, die den Weg der Raumfähre beschrieben.
Nach dieser achten Woche nehmen wir nun die letzte IFR-Woche vom F4 in Angriff. Ein Flug nach Key West wird dabei bestimmt ein weiterer Höhepunkt der Ausbildung.

- Sascha

Woche 21

May 24th, 2008
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Alles neu macht der Mai! Wir haben neues Wetter, ein neues Flugzeug und ganz wichtig einen neuen Teil von Indiana Jones! Doch alles der Reihe nach:

Die Woche begann mit dem Briefing über unser nächstes Schulflugzeug, die Seminole. Auf diesem Flugzeug werden wir die ersten Erfahrungen mit zwei Motoren machen. Der Vorteil ist offensichtlich, falls, im äusserst unwahrscheinlichen Fall eines Falles, ein Motor seinen Dienst aufgeben würde, haben wir immer noch einen zweiten. Dieser Vorzug hat aber seinen Preis. Die meisten Instrumente im Cockpit haben sich verdoppelt. Das braucht am Anfang etwas Zeit, bis man sich an das neue Layout in der Flugzeug-Pilotenkabine gewöhnt hat. Auf dem ersten Flug mit der Seminole am Dienstag konnten wir uns alle mit den neuen Zeigern, Hebeln und Pedalen vertraut machen.
Für die Instruktoren taten sich mit dem Umstieg auf die Seminole auch ganz neue Türen auf. Ihnen steht nämlich das Vergnügen zu, im Flug plötzlich einen Motor auszuschalten und die Reaktion der Schüler abzuwarten. Die verschiedenen Procedures, welche nach einem sogenannten Engine-Failure durchgespielt werden müssen, wurden dann auf den Flügen am Mittwoch bzw. Donnerstag ausgiebig geübt.
Am Donnerstag lag aber noch etwas ganz anderes in der Luft: Martins Geburtstag! Er durfte als Geschenk von der Klasse einige Dosen eines wohlbekannten Energy-Drinks entgegen nehmen. Der Vorrat sollte nun die Zeit hier in Vero Beach abdecken. Der Zufall wollte es, dass auch die Premiere zum neuen Teil von Indiana Jones an diesem Tag statt fand. Überall wurde die Titelmelodie zum Film gesummt, gepfiffen oder gesungen. Sogar am Funk konnten aufmerksame Zuhörer den „catchy“ Song erkennen! Die ganze Klasse, inklusive Training Supervisor und einige Instruktoren trafen sich dann pünktlich um acht vor dem Lichtspieltheater um den Film gemeinsam anzusehen.
Der Freitag, galt einem weiterem Longbriefing über das Operational Manual A. In diesem Buch sind alle Grundsätze über die operationelle Durchführung einens Fluges geregelt.
Nach einer weiteren intensiven Woche freuen wir uns alle auf das verlängerte Memorial-Day Wochenende.

Cheerio

- David

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