Pilotenkurs III / MMVII

Woche 16

April 20th, 2008
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Nach der eher lockeren Angewöhnungswoche hier in Florida und ersten Eindrücken von der teils speziellen Ausgangskultur der Amerikaner, begegneten wir am Montag dem Fluglehrer-Team, welches uns in knapp neun Wochen auf dem Weg zur Berufspilotenlizenz begleiten wird. Während der erste Wochentag noch dem persönlichen und vor allem technischen Kennenlernen des Flugzeugs gewidmet war, folgte am Dienstag der lang ersehnte erste Flug. Bis zu fünf Monaten dauerte für gewisse Nachwuchspiloten das Warten auf dieses erneute loslösen von der Erde – die Vorfreude war dementsprechend gross. Neben der Freude kamen aber auch gewisse Unsicherheiten auf. So kannten die meisten den Piper Arrow nur von aussen und die Kommunikation zum Fluglehrer musste von nun an auf Englisch erfolgen. Des Weitern wusste keiner so richtig wie denn das flache Florida wohl aus der Vogelperspektive aussehen würde, hat man hier doch keine Seen oder Berge, welche man eindeutig identifizieren und zur Sichtflug-Navigation gebrauchen kann.

Die Unsicherheiten verflogen im wahrsten Sinne des Wortes aber relativ schnell wieder, wars doch einfach wieder einmal wunderbar sich in der dritten Dimension zu bewegen. Das Wetter stellte uns aber sogleich auch vor die grosse Herausforderung: Crosswind-Landing. Beklagten fast alle bei den ersten Landungen noch Mühe mit diesem Phänomen und dem entsprechend ungewohnten agieren mit den Steuerflächen, so festigte sich diese Landetechnik beispielsweise bei P. S. so schnell, dass er sogleich ein bisschen Mühe bekundete, als plötzlich der Seitenwind verschwunden war.

Auch ein anderer Pilot gewöhnte sich so schnell ans neue Flugzeug, dass er beim Landing-Check wie üblich „Gear down – three greens“ sagte. Wegen der Sonneneinstrahlung bemerkte er aber nicht sofort, dass es tatsächlich nur zwei grüne Anzeigen waren und das linke Hauptfahrwerk keine sichere Indikation zeigte. Als kritischer Nachwuchsflieger bemerkte er es dann aber doch noch (nach mehrmaligem Husten des Fluglehrers) und reagierte entsprechend souverän. So leitete er lehrbuchmässig einen Durchstart ein, flog über das Meer und löste das kleine Anzeigeproblem auch sogleich. Für die Crew und die Passagiere hat zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden…

Hier in den USA ist einfach Spitze, dass man nirgends Landegebühren bezahlen muss. So kann man einfach einen der kontrollierten (mit Tower) oder unkontrollierten Flugplätze (ohne Flugkontrollstelle, der Pilot tätigt sogenannte Blind-Calls mit seinen Absichten) anfliegen und z.B. Platzrunden fliegen. Ohne anzuhalten kann man dann gleich den nächsten Flugplatz ansteuern. Ein wirklich grosser, zeitbringender Vorteil im Verglich zur Schweiz, wo man nach jeder Landung die Landetaxen bezahlen muss.

- Markus

Woche 15

April 18th, 2008
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Nach den „winterlichen“ Tagen in der Schweiz zog es uns an die Wärme – nach Florida. Aber nicht etwa Ferien stehen auf dem Programm, sondern 10 Wochen Flugtraining von VFR bis Multi-engine IFR.
Die ersten erreichten Vero Beach schon am Sonntag Abend und durften den Montag mit einkaufen und sonnenbaden verbringen. Am darauf folgenden Tag traf dann auch der zweite Teil unserer Klasse ein.
Vollzählig, aber nicht ganz ausgeschlafen, trafen wir uns schon am Montag zu unserem ersten Briefing. Dabei ging es hauptsächlich um Administrative Angelegenheiten, sowie den Flughafen und den Campus kennen zu lernen. Natürlich waren wir froh darüber, dass danach noch ein bisschen Zeit für den Strand und Beach Volley blieb.
Bis Freitag hielt sich unser Programm ziemlich in Grenzen und wir bekamen die Möglichkeit, uns langsam an die warmen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen. Dies wird wohl auch von Nöten sein, wenn wir ab nächster Woche in unser neues Schulungsflugzeug, die Piper Arrow III (ohne Klimaanlage!) steigen werden. Natürlich gab es dafür noch eine aufschlussreiche Schulung, was nun die Unterschiede zur Piper Archer sind. Hauptsächlich sind dies der Verstellpropeller und das Einziehfahrwerk. Also, ab sofort beim „landing check“ immer auf die „three greens“ achten!
Neben Checklisten auswendig lernen und SOP (Standard Operation Procedures) studieren stand am Wochenende natürlich auch Erholung auf dem Programm. Eine gute Gelegenheit dafür bot das Sun ´n Fun Fly-Inn/Flugshow, wobei unter anderem die Thunderbirds bestaunt werden konnten.
Der erste Eindruck von FlightSafety International (Flugschule) ist somit gemacht. Auch wenn man sich fragen mag, wie man rund 100 Schulungsflugzeuge brauchen kann, es wird schon irgendeinen Grund haben… Wir freuen uns zumindest auf die kommenden neun Wochen!

- Philipp

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