Pilotenkurs III / MMVII

Woche 31

August 6th, 2008
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Nach dem am Samstag alle den ersten Teil des Skill-Tests Abnormals bestanden hatten, traf sich das B-Team am Montag zu drei Wochen Flugtraining in Grenchen. Die Anwärmungsphase war kurz, bereits um 10 hob der erste B-Teamler in Richtung Bielersee ab. Es standen Eingewöhnugsflüge sowie Landetraining in Bern auf dem Programm. Die DA-42 flieget sich ganz gut, auch mit dem neuen Autopiloten freundeten wir uns recht schnell an, obwohl er manchmal nicht genau das macht, was der Pilot eigentlich vor hat, dies liegt aber meist nicht am Autopiloten.
Den Abend genossen wir mit erstellen der Flugpläne in unserem Flugplanungstool TESS…ja ja manchmal ist halt die herkömmliche Methode mit Papier und Stift doch schneller als Computerprogramme. Aber auch das haben wir mittlerweile im Griff. Den Rest der Woche verbrachten wir mit Flügen nach Genf, Annemasse und Les Eplatures. Vor allem das Leg von Genf nach Annemasse hatte es in sich. Mit ‘nem „High-Speed Low Drag“ die ILS in Genf runter sausen (mit dem Wissen im Rücken ein Linienflugzeug zu haben, geht halt alles ein wenig schneller….) und dann “Low and Hot“ der kurze Hüpfer nach Annemasse. Die französischen Zollformalitäten kannten wir bereits aus dem F3, also alles i.O. Dann jeweils der Rückflug nach Les Eplatures, wo es vor allem darum geht, mit dem Fahrwerk nicht die Dächer der Häuser im Short Final zu touchieren, und jegliche Gewitteraktivität zu umfliegen. Nicht ganz Einfach, aber am Donnerstag hatten alle diese Mission erfolgreich absolviert. Also ab ins 1.August Weekend? Denkste. Die Airlinebranche kennt keine Feiertage. Am Freitag traf man sich wider im FNPT zur Einführung ins Multi Crew Konzept. Nicht ganz einfach dem Fluglehrer Befehle zu geben, aber da gewöhnt man sich dran. Mal schauen wie das nächste Woche im Flugbetrieb geht.

- Romano

Woche 30

July 30th, 2008
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Letzten Sonntag war es soweit, auch die zweite Gruppe (B-Team) durfte die ersten Erfahrungen mit der DA42 machen. Wie bereits bei der ersten Gruppe fanden die ersten Flüge im FNPT II statt, aber manchmal hatte man beinahe das Gefühl, im richtigen Flieger zu sitzen. Bloss als wir einmal die Welt plötzlich violett gesehen haben, stellten wir fest, dass wohl irgendwas mit dem Beamer nicht stimmen konnte.
Das Hauptthema war auch bei uns das Trainieren von abnormalen Situationen in einem sicheren Umfeld. Um dies zu üben, muss man jedoch erst mal mit dem GNS1000 und dem Autopiloten umzugehen wissen. Beide haben sich jedoch rasch als Freund und nicht als Feind herausgestellt und somit stand dem virtuellen einmotorigen Fliegen nichts mehr im Wege.
Die erste Woche haben wir schliesslich mit dem ersten Teil der IR Skill Tests (Abnormals) erfolgreich am Samstag abgeschlossen.

- Helene

P.S.: Natürlich wünschen wir alle der ersten Gruppe schöne erholsame Ferien!

Woche 29

July 19th, 2008

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Nachdem sich das A-Team innerhalb von drei Wochen einigermaßen an das neue Flugzeug DA-42 gewöhnt hatte, ging es für uns auch schon an die letzte praktische Prüfung während unserer Ausbildung, die Instrumentenflugprüfung (IR-Rating) auf einem mehrmotorigen Flugzeug. Dafür ließ man uns zwei Übungsflüge, um die zur Auswahl stehenden Strecken kennen zu lernen. Einige mussten die Flüge nach Colmar und Les Eplatures noch etwas erweitern, um dem Masterplan gerecht zu werden. Es gab einige Tücken zu beachten: Der Autopilot, eigentlich zu einem Freund und Helfer herangewachsen, wollte anscheinend nicht in Les Eplatures anfliegen. Er fing auf dem ILS an, Schlangenlinien zu fliegen, die teilweise fast Steilkurven glichen. Und das, obwohl man den Autopilot hier nun wirklich gut gebrauchen könnte. Nach einem simulierten Fehlanflug musste man sich sofort wieder auf den Rückweg nach Grenchen machen, der es in sich hatte: die Rückflugfreigabe (Clearance) nach Grenchen musste eingeholt werden, das GPS umprogrammiert und der Geist auf die schnelle Richtungsänderung vorbereitet werden. Ganz nebenbei sollte man dann noch per Hand den Instrumentenanflug mit richtiger Konfiguration ;) und korrekt nach SOP fliegen. Wenn man dann im Prüfungsflug aus Versehen den falschen Flugzeugnamen im Flugplan aufgegeben hat und der Towercontroller einen gegen den eigenen Willen zum Landen bittet, sträuben sich auch beim erfahrensten Piloten noch die Haare zu Berge. Manch einer wollte sogar, dass ihm die Kollegen bei der Prüfung beistehen und hoffte bis zur letzten Sekunde, es würde tatsächlich am Holding Point noch jemand durch die weit geöffnete Passagiertür einsteigen. Doch all diese Schwierigkeiten konnten unsere Piloten sowie einen unserer Fluglehrer nicht davon abhalten, ihre Prüfung mit gutem Gewissen zu bestehen. Für mich war der Tag ein besonderes Geburtstagsgeschenk, das man nicht alle Tage bekommt. Umso mehr freut es einen, dass das nächste Cockpit für uns höchstwahrscheinlich das eines 230 Tonnen schweren Airbus A330 sein wird.

- Jacob

PS: An das B-Team viel Spaß im fliegenden Computer!!!

Wochen 27 & 28

July 13th, 2008
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Nach zwei Wochen Flugpause ging es am Montag dem 30.Juni für das A-Team wieder hinein ins Flugzeug und ab in die Luft. Während den ersten beiden VFR-Einführungsflügen konnte man sich sowohl an das neue Flugzeug,  wie auch an die neuen Instruktoren gewöhnen, die uns über die Europaphase hinweg begleiten werden. Wir sind uns einig: Es macht Freude, den Autopiloten zu beobachten, wie er die eingegebenen Werte perfekt fliegt und uns in vielerlei Hinsicht Arbeit abnimmt. Momente, die mit dem Satz enden: “Was macht er denn jetzt, das hät er jo no nie gmacht!“ haben sich aber ebenfalls um ein Vielfaches vermehrt.
Die ersten Flüge führten uns nach Genf und Annemasse, gefolgt von Friedrichshafen und Memmingen. Und uns wird schlagartig klar, wie einfach das ganze Drumherum in den USA doch war: Zollformalitäten, Sicherheitskontrollen, Flugzeugwäsche und Betankung waren an der Westseite des Atlantiks nie ein Thema, währenddessen man hier von unterschiedlichen Zollbeamten immer wieder unterschiedliche Meinungen hört und man immer verdächtigt wird, das eigene Flugzeug zu entführen. Aber ein echter Schweizer wie S.B. fürchtet weder Tod noch Teufel und trägt sein Schweizer Sackmesser immer auf sich. Dass das Sicherheitspersonal davon noch nie was mitbekommen hat hinterlässt jedoch einen zweifelhaften Eindruck.
Und auch die persönliche Ebene zwischen Instruktoren und Flugschülern kommt nicht zu kurz, wenn es darum geht, welches Flugzeug als erstes zum Holding Point rollen darf. So wird hinter den jeweiligen Flugzeugscheiben der Triumph ausgelassen gefeiert, während die andere Seite darüber sinniert, was man falsch gemacht habe. Dabei kann es auch mal zu Handzeichen kommen, die dann spätestens auf Flightlevel 100 beim Flugschüler J.M. etwas Unbehagen auslösen. Der insgesamt sehr guten Atmosphäre zwischen Instruktoren und Flugschülern tut dies allerdings kein Abbruch.
Das Highlight der ersten zwei Wochen war zweifellos der Streckenflug nach Dresden inklusive Übernachtung. Die Stadtbesichtigung unter kundiger Führung war sehr interessant und das anschliessende Abendessen im Sophienkeller zu mittelalterlichen Klängen ein schönes Erlebnis. Und mit Anbruch der dritten Woche geht es nun auf die IR-Prüfung zu, welche den Abschluss des praktischen Teils unserer Ausbildung bedeutet.

- Tobias

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