Als ich am Montagmorgen noch verschlafen auf den Stundenplan sehe, steht da E965 unter der Rubrik Klassenzimmer. „Puh, das ist aber weit oben! Wie viele Stockwerke hat das Gebäude eigentlich?“, denke ich. Es stellt sich heraus, dass es wirklich das oberste Stockwerk ist. Mir ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz klar, ob die SAT uns mit dieser Einteilung an die dünne Luft gewöhnen oder uns nur so weit wie möglich von der Cafeteria fernhalten will.
Und da betritt man nun dieses neue Klassenzimmer zusammen mit 16 anderen Persönlichkeiten die das Glück und auch das Talent hatten die anspruchsvolle Selektion erfolgreich durchlaufen zu haben.
Auch anwesend ist ein Grossteil der Instruktoren. Und als ob man nicht schon genug neue Namen lernen muss stellt sich da jeder noch persönlich vor.
Und dann geht’s auch schon an die Materialfassung. Man kriegt eine eigenes Kästchen, mehrere Ordner, Bücher, Plotter, den CR3 Rechner, und noch jede Menge anderes Material, dass ein Pilot angeblich brauchen soll. Irgendwie erinnert mich die Szene an den ersten Tag in der RS. Eine Gruppe von jungen Menschen, die sich noch nie gesehen haben, wild zusammengewürfelt, steht vor einem Grossen Haufen Material dessen Verwendungszweck es noch zu ergründen gilt. Und damit wird auch unmittelbar begonnen. Doch zuerst bekommen wir noch die obligate Führung durch die gesamte Infrastruktur bei der, wie könnte es auch anders sein, die grossen Level-D Simulatoren den bleibensten Eindruck hinterlassen. Doch dann geht’s endgültig los.
Die erste Woche ist mit ein paar wenigen Ausnahmen wie Meteorologie und Menschliches Leistungsvermögen geprägt von einem Fach: Principles of Flight oder kurz PoF.
Und dort lässt sich der Grosse Meister und Verfasser unserer Lernmittel, Bruno Guggiari, persönlich auf uns Grünschnäbel ein und lernt uns Dinge wie Thrust and Drag, Auftriebshilfen, und gibt uns Einblick in eine Fülle von Diagrammen und Tabellen. Am Ende der Woche versuchen wir das neu angesammelte Wissen einigermassen in unseren Köpfen zu verstauen und zu verarbeiten.
Nun, was ist mir von der ersten Woche geblieben? Eine Menge neue Eindrücke, vor allem aber das Gefühl, dass wir Teil eines grossen ganzen werden. Die meisten Piloten die ich bei der Swiss kenne können mir auf den Tag genau das Datum sagen, an dem sie ihre Ausbildung begonnen haben. Und so bleibt sicher auch den meisten von uns der 02.07.07 in bleibender Erinnerung.
- Martin