Woche 10 – 14
Nach intensivem Approach-Training und zahlareichen (simulierten!) Triebwerksausfällen (s. vorletzter Bericht – “…in den Übungen verfahren”) haben wir die FNPT-Phase alle erfolgreich hinter uns gebracht. In unserem letzten Simulatorflug ging es vor allem darum, noch einmal alles zu zeigen, was die SOP so hergibt. Zudem durften wir vorab schon ein bisschen Florida-Luft schnuppern. Das Routing der letzten Simulatorübung führte uns von Orlando über Melbourne (Florida!) auf unsere neue Homebase in Vero Beach.
Vor unserem Reiseantritt nach Florida standen dann aber doch noch ein paar Punkte auf der Agenda. Zunächst wurden unsere erlernten IFR Funkkenntnisse in einer sowohl theoretischen als auch praktischen BAZL Prüfung auf die Probe gestellt. Trotz des ein oder anderen kleinen Kunstfehlers verlief diese Prüfung für alle überaus erfolgreich. Jetzt liegt es an uns, das Erlernte auch im hart umkämpften Luftraum über Florida in die Praxis umzusetzen („Roger. Say again…?!“).
Das Highlight dieser turbulenten Wochen folgte direkt einen Tag später – der Besuch auf der amerikanischen Botschaft in Bern (kurz: Guanbernamo). Vor einem Flugtraining in den USA hat die amerikanische Einwanderungsbehörde (übrigens neben den Anträgen für explizites Flugtraining auf verschiedenen Flugzeugtypen, Schulbestätigungen, Finanzierungsnachweisen und Fingerabdrücken) das Visum gesetzt. Trotz Nieselregen und Wetterbedingungen nahe den Sichtminima machten wir 17 uns am Morgen des 27. März auf den Weg nach Bern. Bepackt mit knapp 400 (zum Teil doppelt ausgefüllten) Formularen und Kopien (Anmerkung: Man kann grundsätzlich alles leserlich kopieren, nur meistens nie die Sachen, auf die es wirklich ankommt – Reisepass, um nur ein Beispiel zu nennen) standen wir pünktlich um halb acht vor dem Gebäude der US Botschaft, die von außen wohl mehr einem Hochsicherheitsgefängnis in Mitten eines ruhigen Wohnviertels als einer repräsentativen Einrichtung eines Landes glich. Nachdem wir uns gemäß den Anweisungen des Sicherheitspersonals vor der Botschaft brav (und vor allem geordnet!) in einer Reihe aufgestellt hatten, sämtliche Unterlagen von uns eingesammelt wurden und wir einzeln die Sicherheitsschleuse passiert hatten, fanden wir uns wieder in einer Art Sixtinischer Kapelle amerikanischer Art. Also ein Warteraum – natürlich ausgestattet mit Fernseher und den neuesten amerikanischen Illustrierten (Immobilienmarktmagazine übrigens inklusive).
Sobald man Platz genommen hatte, ging eigentlich alles relativ reibungslos über die Bühne (gut… vielleicht bis auf die Tatsache, dass bei der Kontrolle einer unserer Taschen die Sprengstoffscanner angeschlagen haben – aus welchem Grund auch immer; der Amerikaner an sich kann bei so etwas schon ein Mal recht blass im Gesicht werden…) . Wir wurden jeweils dreimal einzeln aufgerufen und an einen Schalter gebeten, um unsere abgegebenen Dokumente noch einmal zu überprüfen, unsere Fingerabdrücke abnehmen zu lassen und um schlussendlich zu erfahren, dass uns unsere Pässe samt enthaltenem Visum in den nächsten Tagen zugeschickt werden (was dann auch plus minus der Fall war – kleine Verspätungen kann es ja immer mal geben).
Den letzten Punkt, den es vor dem Abflug nach Miami auf der Check-List noch abzuhaken galt (Anmerkung: Ich spreche hier ausschließlich von Hauptpunkten – die Expanded-Checklist würde an dieser Stelle einfach den Rahmen sprengen…) war „nur noch“ der Theorietest zum Abschluss der Theoriephase (ein kleiner After-Burner sozusagen…). Dabei wurde noch einmal unser kompletter, theoretischer Wissenstand bis dato auf Herz und Nieren geprüft. Trotz der relativ umfangenreichen und teilweise doch recht anspruchsvollen Thematik, konnten auch hier alle ein sehr gutes Resultat erzielen.
Abschließend bleibt nur noch zu sagen: „Preflight check completed – ready for departure – Florida here we come!”
- Albrecht