Pilotenkurs III / MMVII

Woche 10 – 14

April 11th, 2008

Nach intensivem Approach-Training und zahlareichen (simulierten!) Triebwerksausfällen (s. vorletzter Bericht – “…in den Übungen verfahren”) haben wir die FNPT-Phase alle erfolgreich hinter uns gebracht. In unserem letzten Simulatorflug ging es vor allem darum, noch einmal alles zu zeigen, was die SOP so hergibt. Zudem durften wir vorab schon ein bisschen Florida-Luft schnuppern. Das Routing der letzten Simulatorübung  führte uns von Orlando über Melbourne (Florida!) auf unsere neue Homebase in Vero Beach.
Vor unserem Reiseantritt nach Florida standen dann aber doch noch ein paar Punkte auf der Agenda. Zunächst wurden unsere erlernten IFR Funkkenntnisse in einer sowohl theoretischen als auch praktischen BAZL Prüfung auf die Probe gestellt. Trotz des ein oder anderen kleinen Kunstfehlers verlief diese Prüfung für alle überaus erfolgreich. Jetzt liegt es an uns, das Erlernte auch im hart umkämpften Luftraum über Florida in die Praxis umzusetzen  („Roger. Say again…?!“).
Das Highlight dieser turbulenten Wochen folgte direkt einen Tag später – der Besuch auf der amerikanischen Botschaft in Bern (kurz: Guanbernamo). Vor einem Flugtraining in den USA hat die amerikanische Einwanderungsbehörde (übrigens neben den Anträgen für explizites Flugtraining auf verschiedenen Flugzeugtypen, Schulbestätigungen,  Finanzierungsnachweisen und Fingerabdrücken) das Visum gesetzt. Trotz Nieselregen und Wetterbedingungen nahe den Sichtminima machten wir 17 uns am Morgen des 27. März auf den Weg nach Bern. Bepackt mit knapp 400 (zum Teil doppelt ausgefüllten) Formularen und Kopien (Anmerkung: Man kann grundsätzlich alles leserlich kopieren, nur meistens nie die Sachen, auf die es wirklich ankommt – Reisepass, um nur ein Beispiel zu nennen) standen wir pünktlich um halb acht vor dem Gebäude der US Botschaft, die von außen wohl mehr einem Hochsicherheitsgefängnis in Mitten eines ruhigen Wohnviertels als einer repräsentativen Einrichtung eines Landes glich. Nachdem wir uns gemäß den Anweisungen des Sicherheitspersonals vor der Botschaft brav (und vor allem geordnet!) in einer Reihe aufgestellt hatten, sämtliche Unterlagen von uns eingesammelt wurden und wir einzeln die Sicherheitsschleuse passiert hatten, fanden wir uns wieder in einer Art Sixtinischer Kapelle amerikanischer Art. Also ein Warteraum – natürlich ausgestattet mit Fernseher und den neuesten amerikanischen Illustrierten (Immobilienmarktmagazine übrigens inklusive).
Sobald man Platz genommen hatte, ging eigentlich alles relativ reibungslos über die Bühne (gut… vielleicht bis auf die Tatsache, dass bei der Kontrolle einer unserer Taschen die Sprengstoffscanner angeschlagen haben – aus welchem Grund auch immer; der Amerikaner an sich kann bei so etwas schon ein Mal recht blass im Gesicht werden…) . Wir wurden jeweils dreimal einzeln aufgerufen und an einen Schalter gebeten, um unsere abgegebenen Dokumente noch einmal zu überprüfen, unsere Fingerabdrücke abnehmen zu lassen und um schlussendlich zu erfahren, dass uns unsere Pässe samt enthaltenem Visum in den nächsten Tagen zugeschickt werden (was dann auch plus minus der Fall war – kleine Verspätungen kann es ja immer mal geben).
Den letzten Punkt, den es vor dem Abflug nach Miami auf der Check-List noch abzuhaken galt (Anmerkung: Ich spreche hier ausschließlich von Hauptpunkten – die Expanded-Checklist würde an dieser Stelle einfach den Rahmen sprengen…) war „nur noch“ der Theorietest zum Abschluss der Theoriephase (ein kleiner After-Burner sozusagen…). Dabei wurde noch einmal unser kompletter, theoretischer Wissenstand bis dato auf Herz und Nieren geprüft. Trotz der relativ umfangenreichen und teilweise doch recht anspruchsvollen Thematik, konnten auch hier alle ein sehr gutes Resultat erzielen.

 Abschließend bleibt nur noch zu sagen: „Preflight check completed – ready for departure – Florida here we come!”

- Albrecht

Woche 7 – 9

March 8th, 2008
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Die FNPT-Phase ist nun in vollem Gange: Von ILS- über Localizer- hin zu NDB-Approaches üben wir momentan fleissig im Trainer unsere Anflüge im Trockenen. Zwei Tage die Woche sitzt man hinein ins Cockpit und muss sich jedesmal auf’s Neue an die feine Steuerführung gewöhnen. Und da es „nur“ ein Trainer und kein Full-Motion Sim ist, erlebt man Lageänderungen auch nicht am eigenen Leib. Das wirkt sich besonders dann aus, wenn man im Short Final noch Flaps 40 setzt und dabei ganz hypnotisiert auf die orange leuchtende Lampe starrt während dessen sich auf dem Attitude Indicator dramatische Ereignisse abspielen.
Wenn man sich dann auf Drängen des Instruktoren doch wieder einmal bemüht, auf den Attitude Indicator zu schielen, bemerkt man den mittlerweilen mit Pitch 15 begonnenen Steigflug. Der erfahrene Pilot drückt dann natürlich sofort das Steuerhorn wieder nach unten, leitet beim Anblick des weiss strahlenden PAPI aber umgehend einen korrekten Go-Around ein. Die Auswertung zeigt es: Ein Parabelflug für’s Lehrbuch.

Als Highlight des Monats, nebst dem Besuch der Skyguide am Flughafen Zürich, hat uns Philipp Stocker eine sehr interessante Führung der REGA organisiert. Einfach verständlich wurde uns von einem REGA-Mitarbeiter die Geschichte der REGA sowie der Hangar und die Einsatzzentrale vorgestellt. Vorallem der Anblick der Helikopter EC145 und Agusta109k2 sowie des Bombardier Challenger 604 war für alle von uns ein besonderes Erlebnis.

Hoffen wir, dass unseren Instruktoren in Vero Beach oben beschriebene Parabelflüge erspart bleiben. Wir auf alle Fälle freuen uns auf das sonnige Florida mit seinen angenehmen Temperaturen, wo wir uns nach langer Durststrecke wieder richtig in die Luft begeben dürfen.

- Tobias

Woche 4 – 6

February 17th, 2008

Die letzten drei Wochen waren vor allem von einem Thema geprägt, dem FNPT II. Dies ist ein synthetischer Flight Trainer, der (Zitat) „… dazu dient, Übungen zu verfahren, ähhh … Verfahren zu üben.“

Wie recht der Mann hatte, denn mir persönlich ist es des öfteren passiert, dass ich mich „verfahren“ habe, obschon wir im Fach Radionavigation Procedures intensiv darauf vorbereitet wurden.

Auf dem Weg zum Instrument Rating (IR) darf selbstverständlich auch die IFR-Voice nicht fehlen. Doch bereits in absehbarer Zukunft wird dieses Fach im Rahmen einer BAZL-Prüfung abgeschlossen. Als kleines Goodie steht auch der Besuch des Tower und Approach in Zürich-Kloten auf dem Programm. Rund ein Viertel der Klasse hat diesen Punkt bereits hinter sich, würde aber wahrscheinlich sofort wieder gehen. Es ist schon noch eindrücklich, wie viele Leute dort im Namen der Flugsicherheit ihren Job verrichten.

Ein weiterer Schwerpunkt im aktuellen Stundenplan ist das Fach Flightplanning. Seit meinem letzten Wochenbericht im vergangenen Dezember jedoch meidet der entsprechende Instruktor gewisse Ausdrücke und Sprüche. Das wäre das selbe, als ob die Kloten Flyers nun Fussball und nicht mehr Eishockey spielten. Deshalb dieser Appell: B.F., deine Sprüche sind ein Möst!

Wie vielleicht so manchem schon aufgefallen ist, besitzen wir nun ein eigenes Klassenlogo. Aus diesem Anlass möchte ich Tristan im Namen der ganzen Klasse für seine exzellente Arbeit danken.

- Ivo

Woche 1-3 anno 2008 – Phase T3B

January 28th, 2008

Mit vielen neuen Vorsätzen und ein paar Kilos zu viel auf den Rippen (wieso wird an Weihnachten immer sooo viel gegessen…) wurde am 7. Januar 2008 im Zimmer E 870 die Vereinigung des Alfa und Bravo Teams vorgenommen. Der zweite Teil des T3 wartet auf uns bevor es ja dann schon bald in die USA geht. Die erste Woche ging auch gleich richtig los. Und wer gedacht hatte, dass in Grenchen der Papierkrieg gross sei, der soll mal eine Pilotenausbildung in den USA machen. Es braucht vor allem zwei Sachen. Viiiiieel Zeit und noch mehr Geduld. Dank der Einführung von Bea am Montag konnten wir uns aber schon bald auf die wirklich wesentlichen Sachen konzentrieren.

In Human Performance zum Beispiel lernten wir unter anderem, wie ein Konflikt im Cockpit verhindert werden kann, oder wie man mit einem autokratischen Kapitän umspringen soll. Dies war sicherlich nur eine kurze Einführung in die Problematik der Zusammenarbeit im Cockpit, es wird ja später im MCC-Course zum Glück noch intensiviert. Und wer weiss, vielleicht sind dann die etwas älteren Filme auch neu gedreht…

Im Fach Electrics befassten wir uns wieder mit den Ampèrchäferli. Nur wurde es jetzt komplizierter für uns und die Chäferli, denn diese mussten jetzt in der Sekunde 50-mal die Richtung wechseln und wir uns mit dem sogenannten Wechselstrom in all seinen Facetten befassen. Dabei sehen wir immer besser in die Bordelektronik des modernen Flugzeugs und so mancher kommt zum Schluss, dass schon echt viel Schief gehen  muss, bis die Kiste wirklich ohne Strom ist. Da hat sich jemand echt den Kopf zerbrochen!

In Air Law machten wir Bekanntschaft mit der ICAO und ihren juristischen Grundlagen, Annexes, Documents, Vorschriften und und und. Wer da den Überblick behält darf sich mit gutem Recht als Master of Air Law betiteln. So weit hat’s aber in unserer Klasse noch keiner geschafft; sogar die Kanzlei Lanz und Partner muss nochmals über die Bücher. Tja Marc, du hast noch viel vor dir mit uns…

Auch mit PoF und IFR-Communication wurden wir im neuen Jahr gequält. Den meisten in der Klasse blieb das Lachen im Halse stecken, denn Bruno zeigte uns mit wenigen Fragen dass wir in PoF so ziemlich alles vergessen haben was wir mal gelernt hatten. Also Hü, hinter die Bücher und die schwarzen Löcher in unseren Hirnwindungen wieder füllen.

Das Lieblingsfach für alle ehemaligen und aktuellen Flight Simulator Cracks ist sicher Radionavigation Procedures. In diesem Fach geht es darum die Procedures für den FNPT II zu erlernen. Endlich wird einem dass, was man früher im Zimmer vor dem Computer mühsam zu verstehen versucht hat erklärt und auch am Computer (auch die SAT kommt nicht ohne Flugsimulator aus) dargestellt. Plötzlich sind QDM, QDR, Reversal Procedures, Interceptions, Holding Pattern, Rule of Thumb oder Finalinterception-Heading keine Fremdwörter mehr. Auch die Bedienung des RMI und des HSI wird einfacher und so manchem geht ein Licht auf. Im Notfall einfach der Nadel nach fliegen und schon bist du über der Station; nichts einfacher als das. Und bereits wurden in den ersten 3 Wochen die ersten Flüge mit dem FNPT II gemacht. Nicht ganz einfach diese Maschine, sie reagiert sehr fein und ich würde mal sagen, in gewissen Situationen fliegt das Flugzeug eher uns als wir das Flugzeug. Gut dass wir noch Zeit haben bis Vero Beach. Spass macht es aber alleweil, trotz SOP und Checklisten.

Und dann gibt’s noch das Allrounderfach, welches Flight Planning mit Biologie und Eishockey verbindet. Was wir bis dato an Flugplanung gelernt hatten war wohl eher für Anfänger. Denn jetzt geht’s langsam ans Eingemachte: Flugplanung mit Top of Climb und Descent, Alternates Windkorrekturen, Tabellen, Climbspeed, Benzinverbrauch, Koeffizienten, Overhead Adjustement, CR-3 usw. standen und stehen auf dem Programm.

Ihr seht, die 3 Wochen haben viele Highlights und es würde den Rahmen dieses Berichts sprengen alle zu erzählen. Eines haben wir aber noch. Noch nie in der Geschichte der SAT hat eine neune PK Klasse so schnell einen Apéro auf die Beine gestellt wie die PK108. Noch in der ersten Woche war’s soweit. Besten Dank PK108.

- Romano

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