Woche 11 – Phase F2

Endlich war es wieder soweit. Der PK 3/07 machte sich Montagmorgen auf den langen Weg in Richtung Grenchen zur Flugphase F2. Diesmal allerdings in einer etwas schwächeren Besetzung als sonst, da nur diejenigen von uns, die noch kein PPL bzw. noch nicht 70 Stunden auf PPL haben, im F2 mit dabei sind. Der Rest von uns hat bis Mitte Oktober frei. Nachdem sich 9 Flugschüler und 3 Fluglehrer gegen 10 Uhr morgens im Theoriesaal des Flughafens eingefunden, die Kaffeemaschine ordnungsgemäß eingerichtet und deren Funktion sachgemäß überprüft, einige Dinge zum Programm und zum ersten Flugauftrag besprochen hatten, ging es am Nachmittag gleich das erste Mal auf den Flieger. Um sich wieder ein bisschen „einzugewöhnen“.
An dieser Stelle kann ich nur für mich sprechen, aber ich denke, den anderen ging es ähnlich. Fazit meines ersten Fluges: Vier Wochen „Flugpause“ zwischen F1 und F2 erscheinen einem dann im Cockpit doch etwas länger als man zunächst angenommen hat und von einer „Centerline“ hatte ich irgendwie bis dato auch noch nicht viel gehört. Aber alles in allem haben wir uns dann doch recht schnell wieder eingeflogen auf unserer Archer.
Am nächsten Tag ging alles wieder seinen gewohnten Gang. Meteobriefing und Besprechung der Flugaufträge um 8 Uhr. Ab 9 Uhr dann regulärer Flugbetrieb. „Normal Circuits“ (Platzrunden) standen für den gesamten Dienstag auf dem Programm. Mittwochvormittag waren erneut Platzrunden mit verschiedenen Anflughöhen angesagt und am Nachmittag ging es auf den ersten Navigationsflug. Die Route dafür wurde uns vorgegeben. Sie führte von Grenchen aus zunächst in Richtung Südosten nach Wynigen. Über Wynigen drehten wir nordöstlich ab in Richtung Dagmarsellen/Triengen. Von Dagmarsellen ging es in südöstlicher Richtung nach Wolhusen, von dort weiter in Richtung Emmental nach Escholzmatt und über Burgdorf wieder zurück nach Grenchen. Bei einer Gesamtdistanz von ca. 70 NM (ca. 130 km) waren wir ungefähr 50 min. unterwegs. Die Aufgabe bestand zunächst darin, für die vorgegebene Strecke einen kompletten Flugplan (Wegpunkte, Distanzen, Zeiten, Treibstoffberechnung, Mass & Balance, etc.) zu erstellen und diese an Hand des Flugplans abzufliegen. Die Umsetzung der Planung im Flieger gestaltete sich dann aber doch etwas schwieriger. Navigieren durften wir ausschließlich nur mit Karte, Kompass und Stoppuhr. Ich musste recht schnell feststellen, dass Routenplanung auf dem Papier das Eine und Wegpunkte effektiv aus der Luft erkennen und abfliegen das Andere ist (Wind sei Dank…). Nach Grenchen habe ich aber dann doch wieder zurückgefunden und beim Landen sogar halbwegs die „Centerline“ getroffen.
Gegen Ende der Woche kam dann das eigentliche fliegerische Highlight. Es standen die ersten simulierten Notlandeübungen im Kursprogramm – die „Power idle approaches“. Nach dem Start flogen wir zunächst auf die Platzrunde auf eine Höhe von 3000 Fuß. Sobald wir parallel zur Piste auf dem Downwind flogen drehten wir ab in Richtung Flughafen für einen Überflug. Sobald wir uns direkt über dem Flugplatz befanden, reduzierten die Fluglehrer das Gas auf Leerlauf und wir mussten den Flieger ohne Triebwerksleistung in einem kontrollierten Segelflug auf der Landepiste landen. Eine sehr anspruchsvolle Übung und mit dem intensiven Flugverkehr auf und über dem Flugplatz teilweise doch recht aufregend – vor allem wenn der Tower einen noch im Endanflug ohne Schub, mit Klappen voll ausgefahren kurzfristig auf eine andere Piste geschickt hat. Manch einem gelangen ohne Schub sogar fast bessere Landungen als mit…
Am Samstag mussten dann noch die Ab-initios zur PPL Prüfung nach Birrfeld, die alle im Großen und Ganzen sehr gut abgeschlossen haben. Insgesamt blicken wir auf eine sehr intensive, wie auch anstrenge erste Woche zurück. In den nächsten zwei Wochen stehen dann die ersten Flüge zu anderen Flugplätzen und der erste Soloflug an, der fliegerisch definitiv ein absolutes Highlight darstellt.
-Albrecht