Wochen 27 & 28
Nach zwei Wochen Flugpause ging es am Montag dem 30.Juni für das A-Team wieder hinein ins Flugzeug und ab in die Luft. Während den ersten beiden VFR-Einführungsflügen konnte man sich sowohl an das neue Flugzeug, wie auch an die neuen Instruktoren gewöhnen, die uns über die Europaphase hinweg begleiten werden. Wir sind uns einig: Es macht Freude, den Autopiloten zu beobachten, wie er die eingegebenen Werte perfekt fliegt und uns in vielerlei Hinsicht Arbeit abnimmt. Momente, die mit dem Satz enden: “Was macht er denn jetzt, das hät er jo no nie gmacht!“ haben sich aber ebenfalls um ein Vielfaches vermehrt.
Die ersten Flüge führten uns nach Genf und Annemasse, gefolgt von Friedrichshafen und Memmingen. Und uns wird schlagartig klar, wie einfach das ganze Drumherum in den USA doch war: Zollformalitäten, Sicherheitskontrollen, Flugzeugwäsche und Betankung waren an der Westseite des Atlantiks nie ein Thema, währenddessen man hier von unterschiedlichen Zollbeamten immer wieder unterschiedliche Meinungen hört und man immer verdächtigt wird, das eigene Flugzeug zu entführen. Aber ein echter Schweizer wie S.B. fürchtet weder Tod noch Teufel und trägt sein Schweizer Sackmesser immer auf sich. Dass das Sicherheitspersonal davon noch nie was mitbekommen hat hinterlässt jedoch einen zweifelhaften Eindruck.
Und auch die persönliche Ebene zwischen Instruktoren und Flugschülern kommt nicht zu kurz, wenn es darum geht, welches Flugzeug als erstes zum Holding Point rollen darf. So wird hinter den jeweiligen Flugzeugscheiben der Triumph ausgelassen gefeiert, während die andere Seite darüber sinniert, was man falsch gemacht habe. Dabei kann es auch mal zu Handzeichen kommen, die dann spätestens auf Flightlevel 100 beim Flugschüler J.M. etwas Unbehagen auslösen. Der insgesamt sehr guten Atmosphäre zwischen Instruktoren und Flugschülern tut dies allerdings kein Abbruch.
Das Highlight der ersten zwei Wochen war zweifellos der Streckenflug nach Dresden inklusive Übernachtung. Die Stadtbesichtigung unter kundiger Führung war sehr interessant und das anschliessende Abendessen im Sophienkeller zu mittelalterlichen Klängen ein schönes Erlebnis. Und mit Anbruch der dritten Woche geht es nun auf die IR-Prüfung zu, welche den Abschluss des praktischen Teils unserer Ausbildung bedeutet.
- Tobias